Deine Website sieht auf dem Laptop großartig aus. Dann öffnest Du sie auf dem Handy – und plötzlich ist die Überschrift riesig, der Button irgendwo verschwunden und für die Preisliste braucht man Finger wie ein Uhrmacher. Willkommen bei einer Website, die zwar responsive ist, aber mobil trotzdem nicht wirklich funktioniert.
Dass eine Website heute auch auf dem Smartphone dargestellt werden muss, ist keine Neuigkeit.
Trotzdem werden viele Websites noch immer hauptsächlich für den großen Bildschirm gedacht – und anschließend so lange zusammengeschoben, bis auf dem Handy nichts mehr über den Rand ragt.
Das reicht nicht.
Denn mobil funktioniert eine Website anders.
„Responsive“ bedeutet zunächst einmal nur, dass sich eine Website an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpasst.
Das ist die technische Grundlage.
Aber eine Website kann technisch responsive sein und sich auf dem Handy trotzdem fürchterlich bedienen lassen.
Zu kleine Schrift. Winzige Buttons. Endlose Textblöcke. Elemente in einer Reihenfolge, die auf dem Desktop Sinn ergibt und mobil plötzlich völlig absurd ist.
Oder mein persönlicher Liebling:
Ein Popup, das den kompletten Bildschirm einnimmt und dessen kleines X irgendwo außerhalb der erreichbaren Galaxie liegt.
Mobiloptimierung bedeutet nicht: Es passt alles auf den Bildschirm. Sondern: Es funktioniert auf dem Bildschirm.
Auf einem großen Bildschirm kann man ziemlich viel unterbringen.
Drei Spalten hier. Ein großes Bild dort. Daneben noch ein Text. Vielleicht noch irgendein hübsches Element, weil Platz ist.
Auf dem Handy funktioniert das nicht.
Und genau das zwingt zu einer ziemlich hilfreichen Frage:
Was ist hier eigentlich wichtig?
Die wichtigste Aussage muss nach oben. Texte müssen lesbar bleiben. Buttons müssen auffallen. Bilder dürfen den Inhalt unterstützen, statt dafür zu sorgen, dass jemand erst drei Bildschirmhöhen scrollt, bevor überhaupt klar wird, worum es geht.
Weniger Platz zwingt zu besseren Prioritäten.
Und davon profitiert am Ende meistens auch die Desktop-Version.
Am Laptop navigierst Du mit einer Maus.
Auf dem Handy mit einem Finger – meistens sogar nur mit einem Daumen.
Das klingt banal, macht aber einen gewaltigen Unterschied.
Ein Link kann am Desktop problemlos angeklickt werden und mobil viel zu klein sein. Zwei Buttons nebeneinander sehen am Rechner ordentlich aus und werden auf dem Smartphone zur Fingerakrobatik.
Auch Formulare, Menüs und Kontaktmöglichkeiten müssen sich mobil bequem bedienen lassen.
Öffne Deine Website auf Deinem Handy und benutze sie wirklich.
Nicht nur einmal kurz draufschauen und feststellen: „Jup, sieht aus wie meine Website.“
Versuch stattdessen:
Und zwar nur mit einer Hand.
Wenn Du dabei schon genervt bist, werden Deine Besucher vermutlich nicht geduldiger sein.
Am Rechner nimmt man vielleicht noch in Kauf, dass eine Seite etwas unübersichtlich ist.
Auf dem Handy ist die Geduld deutlich schneller vorbei.
Du stehst irgendwo. Sitzt auf dem Sofa. Wartest auf einen Termin. Suchst nebenbei nach einem Dienstleister oder willst schnell einen Preis nachsehen.
Niemand möchte dafür eine Website entschlüsseln.
Wenn die Navigation nervt, Texte kaum lesbar sind oder man nicht findet, wonach man sucht, ist der nächste Anbieter nur einen Fingertipp entfernt.
Das bedeutet nicht, dass jede Website auf maximale Geschwindigkeit und drei Wörter pro Bildschirm reduziert werden muss.
Es bedeutet nur:
Mach es Deinen Besuchern nicht unnötig schwer.
Mobiloptimierung ist für mich kein letzter Punkt auf einer Checkliste:
Schon beim Aufbau einer Website muss klar sein, was auf kleineren Bildschirmen passiert.
Das sind keine Reparaturen für später. Das gehört zum Design.
Am Ende geht es bei einer guten mobilen Website nicht darum, die Desktop-Version möglichst originalgetreu auf einen kleinen Bildschirm zu quetschen.
Es geht darum, dass jemand Deine Website auf dem Handy öffnet und gar nicht darüber nachdenken muss, dass er gerade die mobile Version benutzt.
Genau dann funktioniert Deine Website mobil.
Wenn Du Deine eigene Website gerade auf dem Handy geöffnet hast und plötzlich Dinge siehst, die Du vorher lieber nicht gesehen hättest: Schreib mir! Ich schaue gern mit drauf.
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