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HINTER DEN KULISSEN 6. September 2026·8 Min Lesezeit

Wie ich als ADHSlerin arbeite — und warum das Dein Vorteil ist

Dani Maas
Dani Maas
MAASarbeit für Websites, die nicht nur gut aussehen, sondern ihren Job machen.
danimaas.com/arbeiten-mit-adhs-webdesign
Wie ich als ADHSlerin arbeite — und warum das Dein Vorteil ist

Ich liebe klare Abläufe, schriftliche Kommunikation und konzentriertes Arbeiten. Nicht trotz ADHS, sondern zu einem ziemlich großen Teil deswegen. Und für meine Kunden ist das erstaunlich praktisch.

Wenn irgendwo „persönliche Zusammenarbeit“ steht, klingt das im Business schnell nach:

Kick-off-Call. Jour fixe. Zwischencall. Abstimmungsmeeting.

Und wenn noch jemandem langweilig ist, finden wir bestimmt einen Grund für einen weiteren Termin.

Bei mir läuft das anders.

Nicht, weil mir meine Kunden egal sind. Ganz im Gegenteil.

Ich arbeite am besten, wenn ich mich wirklich auf ein Projekt konzentrieren kann. Und ich kommuniziere lieber dann, wenn es etwas zu sagen oder zu entscheiden gibt – statt jeden Dienstag um 9 Uhr, weil irgendwann jemand einen Serientermin angelegt hat.

Mein ADHS hat ziemlich viel damit zu tun, wie ich meine Arbeit organisiert habe.

Und einiges davon ist für Dein Website-Projekt ein echter Vorteil.

01  Bei mir musst Du nicht ständig in Meetings sitzen

Ich mag keine unnötigen Calls.

Da haben wir es jetzt einfach mal gesagt.

Natürlich können wir Dinge besprechen, wenn ein Gespräch wirklich die sinnvollste Lösung ist. Aber die meisten Fragen bei einem Website-Projekt brauchen keinen 45-Minuten-Termin mit Kalenderabgleich.

Deshalb läuft bei mir möglichst viel schriftlich über E-Mail oder WhatsApp.

Du kannst antworten, wenn es in Deinen Tag passt.

Ich kann Deine Antwort in Ruhe lesen, direkt beim Projekt haben und später noch einmal nachsehen, was wir eigentlich vereinbart hatten.

Und niemand muss anschließend rekonstruieren, welcher Satz aus dem Zoom-Call jetzt genau als Freigabe gemeint war.

Persönliche Zusammenarbeit bedeutet für mich nicht möglichst viele Meetings. Sondern dass Du weißt, mit wem Du arbeitest und jederzeit weißt, wo Dein Projekt steht.

02  Schriftlich ist für mich nicht unpersönlich, sondern klar

„Lass uns dazu kurz telefonieren.“

Für manche ist das die einfachste Lösung.

Für mich ist häufig eine Nachricht einfacher.

Nicht nur, weil ich lieber schreibe.

Schriftliche Kommunikation hat bei Projekten einen ziemlich praktischen Vorteil: Sie bleibt da.

Farben, Wünsche, Änderungen, Entscheidungen, Links, Texte und Freigaben verschwinden nicht irgendwo in einem Gespräch.

Wir können beide nachsehen.

Das reduziert Missverständnisse und spart erstaunlich viel Zeit.

Und wenn Du selbst nicht gern telefonierst oder Deinen Arbeitstag nicht ständig für Termine unterbrechen möchtest, verstehen wir uns wahrscheinlich ziemlich gut.

03  Wenn ich drin bin, bin ich drin

ADHS bedeutet bei mir nicht nur Ablenkung.

Es gibt auch die andere Seite:

Hyperfokus.

Wenn mich ein Projekt gepackt hat, kann ich mich ziemlich tief darin vergraben.

Dann wird aus:

VORHER

„Ich passe eben noch diesen Abschnitt an“

SEHR SCHNELL

„Warum ist es eigentlich drei Stunden später und wann habe ich zuletzt mein Getränk angefasst?“

Für Webdesign ist diese Eigenschaft gar nicht so schlecht.

Ich sehe Abstände, die mich stören. Eine Überschrift, die noch nicht sitzt. Einen Übergang, der irgendwie hakelt. Einen mobilen Abschnitt, der technisch funktioniert, sich aber trotzdem falsch anfühlt.

Und dann möchte ich das lösen.

Nicht irgendwann beim nächsten Meeting.

Sondern jetzt.

Die Kehrseite

Hyperfokus klingt toll, bis jemand versucht, ihn ständig zu unterbrechen.

Deshalb plane ich meine Arbeit so, dass konzentrierte Phasen auch konzentrierte Phasen bleiben dürfen.

Ich bin nicht jede Minute des Tages erreichbar.

Dafür bekommst Du meine Aufmerksamkeit, wenn ich an Deinem Projekt arbeite – und nicht fünf Prozent davon zwischen drei Meetings, zwölf Benachrichtigungen und einem klingelnden Telefon.

04  Klare Abläufe helfen nicht nur mir

Ich mag es, zu wissen:

?Was passiert jetzt?
?Was brauche ich dafür?
?Was kommt danach?

Also habe ich meine Projekte genauso aufgebaut.

Du sollst nicht drei Wochen nach Auftragserteilung überlegen müssen, ob Du eigentlich noch irgendetwas schicken solltest.

Wir klären vorher, was ich von Dir brauche.

Texte. Bilder. Logo. Farben. Zugänge. Informationen zu Deinem Angebot.

Dann wird gebaut.

Du bekommst einen Stand zur Ansicht, sammelst Deine Änderungen und wir gehen gemeinsam durch die Korrekturrunde.

Keine 27 einzelnen Nachrichten mit:

„Ach, hier noch eine Kleinigkeit.“
„Und da vielleicht noch.“
„Warte, eine Sache ist mir noch eingefallen.“

Eine gesammelte Korrekturrunde ist nicht nur für mein Gehirn angenehmer.

Sie spart auch Dir Zeit und sorgt dafür, dass wir irgendwann tatsächlich fertig werden.

05  Ich brauche keine perfekte Ordnung – aber ein System

Mein Schreibtisch kann aussehen, als hätte dort gerade jemand eine mittelgroße Explosion veranstaltet.

Mein Projekt sollte das nicht.

Deshalb arbeite ich mit Strukturen, Checklisten und festen Abläufen.

Nicht, weil Organisation mein angeborenes Superheldentalent wäre.

Sondern weil ich ziemlich genau weiß, was passiert, wenn wichtige Dinge ausschließlich davon abhängen, dass mein Gehirn im richtigen Moment von selbst daran denkt.

Also verlasse ich mich nicht darauf.

Gute Systeme sind zuverlässiger als ein gutes Gedächtnis.

Und bei einem Kundenprojekt finde ich das ausgesprochen beruhigend.

06  Ich arbeite nicht besonders gut nach „Das macht man halt so“

Das ist vielleicht einer meiner liebsten Teile daran.

Mein Kopf fragt ziemlich häufig:

Warum?

?Warum braucht diese Seite diesen Abschnitt?
?Warum machen wir diesen Call?
?Warum steht das hier?
?Warum braucht ein kleiner Dienstleister sieben Unterseiten?
?Warum sollte ein Kunde erst ein Formular mit zwölf Feldern ausfüllen?
?Warum machen wir etwas kompliziert, wenn es auch einfach geht?

„Weil man das eben so macht“ überzeugt mich selten.

Das kann anstrengend sein.

Für eine Website ist es ziemlich nützlich.

Denn auch dort sollte nicht irgendetwas stehen, nur weil Websites so aussehen.

Wenn ein Element keinen sinnvollen Job hat, darf es weg.

Wenn ein OnePager für Dein Business reicht, brauchst Du keine große Website, nur damit das Angebot beeindruckender klingt.

Und wenn Deine Kunden eine bestimmte Information brauchen, bekommt sie Platz – auch wenn irgendein Designtrend gerade etwas anderes vorsieht.

07  Du musst Dich nicht meinem Arbeitstag anpassen

Ich arbeite nicht besonders gern nach einem klassischen 9-bis-17-Uhr-Rhythmus.

Meine produktivsten Stunden halten sich ohnehin nicht zuverlässig an Bürozeiten.

Für Dich sollte das ziemlich egal sein.

Du musst nicht verfügbar sein, wenn ich gerade an Deiner Website sitze.

DANI
Ich schicke Dir eine Frage.
DU
Du antwortest, wenn Du kannst.
DU
Du schickst mir Feedback.
DANI
Ich arbeite damit weiter.

Genau deshalb mag ich asynchrone Zusammenarbeit so sehr.

Wir müssen nicht gleichzeitig arbeiten, damit wir gut zusammenarbeiten können.

Das funktioniert übrigens nicht nur für mein ADHS-Gehirn gut.

Sondern auch für Selbstständige, die selbst Kunden haben, Kinder betreuen, unterwegs sind oder schlicht keine Lust darauf haben, ihren Kalender mit noch mehr Terminen vollzustopfen.

ADHS ist weder mein Verkaufsargument noch etwas, das ich verstecken muss

Ich erzähle Dir das nicht, weil ADHS mich automatisch zu einer besseren Webdesignerin macht.

Tut es nicht.

Es gibt Dinge, die mir dadurch leichter fallen. Andere sind schwieriger.

Entscheidend ist für meine Arbeit etwas anderes:

Ich weiß inzwischen ziemlich gut, unter welchen Bedingungen ich gute Arbeit mache.

Also habe ich mein Business entsprechend gebaut.

✓Mit wenig unnötigen Meetings.
✓Mit schriftlicher Kommunikation.
✓Mit klaren Abläufen.
✓Mit Raum für Fokus.
✓Und mit Systemen für die Dinge, bei denen ich mich nicht auf meinen Kopf verlassen möchte.

Du musst übrigens kein ADHS haben, damit Dir diese Art der Zusammenarbeit gefällt.

Vielleicht möchtest Du einfach nur eine Website, ohne dafür die nächsten Wochen in Calls zu verbringen.

Damit kann ich ebenfalls sehr gut arbeiten.

Mein ADHS bestimmt, wie ich arbeite. Und genau daraus sind Abläufe entstanden, von denen auch Du profitierst.

Wenn Du klare Kommunikation, wenig Meeting-Gedöns und konzentriertes Arbeiten an Deinem Projekt angenehm findest, könnten wir ziemlich gut zusammenpassen.

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THEMEN ADHS Webdesign Zusammenarbeit
Dani Maas
Dani ♡
WER SCHREIBT HIER EIGENTLICH?

Hi, ich bin Dani

Ich designe Websites für Selbstständige, Ferienunterkünfte und kleine Unternehmen – individuell, ehrlich und ohne Agentur-Blabla. Hier schreibe ich über Webdesign, Sichtbarkeit und alles, was mir im digitalen Alltag sonst noch über den Weg läuft.

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